Wien ist anders - ich auch
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Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron
© Florian Stecher

Nicht alle sind weiß

Diyan Fonseka und Axel Köhler Gendron

Schüler

Was lösen die Begriffe ‚Diversität’ (Vielfalt) und ‚Identität’ in Euch aus?
Axel: Ich finde, Diversität ist gut. Es ist das Gegenteil von Rassentrennung.
Diyan: Meine Identität ist, dass ich ein bisschen ‚viel’ bin, ich hab ein bisschen zu viel Gewicht. Axel ist schlank und gross.

Wie schwer oder leicht fällt es Euch, Personen zu begegnen, die Euch ‚anders’ oder befremdlich erscheinen?
Diyan: Überhaupt nicht schwer. In unserer Schule sind alle anders.
Axel: Mit Leuten, die auf Hautfarben schauen, kann es manchmal sehr lustig sein. Wenn wir sehr höflich sind, können sie ja nichts gegen uns sagen. Der Mann der immer nur dann schimpft, wenn nicht alle weiß sind, die im Hof spielen, ist wahrscheinlich ein einsamer, alter Mann, der einen Grund sucht, damit er sich aufregen und beschäftigen kann.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit ‚fremd sein’, ausgegrenzt fühlen?
Diyan: Beim Sportunterricht bin ich langsamer als die anderen, das ist unangenehm, aber ich werde nicht mehr ausgelacht.
Axel: Es ist wichtig, dass der Lehrer Verständnis hat.

Wo fühlt Ihr Euch ‚zugehörig’ und angenommen?
Axel und Diyan: In der Familie und mit Freunden zu sein ist am einfachsten – da wird man angenommen, wie man ist. Und in unserer Schule.

Wo in Wien trifft man ganz unterschiedliche Leute und hat den Eindruck, dass Wien eine Weltstadt ist?
Diyan und Axel: In unserer Schule, der Theodor-Kramer-Schule. Da sind ganz viele internationale SchülerInnen, manche haben genug Geld, die meisten wenig, aber wir kommen von überall her und lernen zusammen.
Axel: Am Naschmarkt kann man alles von überall her einkaufen. Mir gefällt es dort, weil dort gibt es Inder, Türken, Bauern aus Österreich, Araber, Afrikaner,...
Diyan: Ich bin gerne in der Innenstadt. Dort ist immer was los und ganz unterschiedliche Menschen sind unterwegs.
Axel: Auf der Donauinsel ist es eigentlich auch gut, aber manchmal trifft man auf Weiße, die unter sich sein und ganz ihre Ruhe haben wollen und stänkern. Das nervt.
In unserem Haus hier in Kaisermühlen ist es aber zum Beispiel sehr bunt: hier wohnen Leute aus Indien, Deutschland, Italien, Polen, Steiermark und Russland.

Diyan, du wurdest in Österreich geboren. Deine Eltern kommen aus Sri Lanka. Wie siehst Du Dich selbst?
Mein Mutterland ist Sri Lanka, aber meine Heimat ist Österreich. Und bald bekomme ich auch die österreichische Staatsbürgerschaft. In der bilingualen Klasse ist es leicht für mich, aber in einer normalen Schule wäre ich ein Außenseiter.
Axel: Ich habe drei Staatsbürgerschaften, weil meine Mama Österreicherin ist und wir nun hier leben, aber geboren wurde ich in Amerika und mein Vater war Kanadier. Am meisten fühle ich mich als Österreicher, am wenigsten als Kanadier. Diyan ist auch bald Österreicher, aber weil er dunkelhäutig ist, wird er immer eher als ‚fremd’ wahrgenommen. Das ist aber nicht überall so.


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